Unter den Vulkanen, vor den Schneebergen, zwischen den großen Seen der wohlriechende, der stille, der wilde chilenische Wald (...) Die Füße versinken im toten Laub, ein brüchiger Zweig knackt, die riesigen Araukarien recken ihre krause Gestalt, ein Vogel des kalten Urwalds kommt geflogen, flattert, lässt sich im schattigen Gezweig nieder. Und wie eine Oboe tönt es aus seinem Versteck (...) Durch die Nasenflügel bis in die Seele hinein dringt das wilde Aroma des Lorbeers, das dunkle Aroma des Boldostrauchs (...) Die Zypressen der Guaitecas hemmt meinen Schritt (...) Es ist eine senkrechte Welt: ein Volk von Vögeln, Massen von Blättern (...) Die Pflanzenwelt murmelt nur, bis ein Gewitter alle irdische Musik zum Tönen bringt.
Wer den chilenischen Wald nicht kennt, kennt diesen Planeten nicht. Von dieser Erde, diesem Lehm, von dieser Stille bin ich ausgezogen, um zu singen für die Welt.
| Pablo Neruda (Ich bekenne ich habe gelebt, DTV, 1993) |
|
|
|