„Ich bekenne ich habe gelebt“,
ist das bescheidene Resümee des Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda zu seinem bewegten Leben. Es ist die Autobiographie eines großen chilenischen Autoren, der seine erfahrenen Bilder in poetische transformierte.
Im September 2003 jährte sich zum dreizigsten Mal sein Tod. Am 12. Juli 2004 jährt sich sein einhunderster Geburtstag. Der Sohn eines Eisenbahners überlebte den blutigen und vom US-Geheimdienst unterstützten Militärputsch vom 11.09.1973 gegen die demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Allende, nur um 12 Tage. Tausende seiner Landsleute wurden gefoltert und umgebracht, mehr als eine Million Chileninnen und Chilenen wurden ins Exil getrieben.
Neruda setzte sich in seinen Werken mit der Liebe, der Natur, seiner chilenische Heimat und dem Individuum in der Gesellschaft auseinander.
Seine bildhafte, oft lyrische Sprache haucht den niedergeschriebenen Worten Leben ein. Egal ob er den chilenischen Wald, das Meer, die Armut, eine Zwiebel, den Widerstand der Indianer gegen die spanische Kolonisatoren oder seine eigenen politischen Aktivitäten beschreibt. Seine Erinnerungen vermitteln einen faszinierenden Einblick in die Welt des wichtigen spanischsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts.
Angelehnt an die Autobiographie Nerudas präsentieren wir zu diesen Jahrestagen eine foto-literarische Ausstellung . Neuzeitliche Interpretationen aus Chile in Anlehnung zu Nerudas Texten und aktuelle Momentaufnahmen zu historischen Orten und Stationen der Geschichte Chiles, können in der Ausstellung „Ich bekenne ich habe gelebt“ gesehen und gelesen werden.
Unsere Arbeiten verstehen wir darüber hinaus als eine Hommage an diesen Dichter und an die Chileninnen und Chilenen die in Folge des Militärputsches starben oder darunter jahrelang zu leiden hatten.
Pedro Crovetto / Bernd Schäfer
Pablo Neruda wurde am 12. Juli 1904 als Sohn in Parral geboren und starb am 23. September 1973 in Santiago de Chile. 1921 Beginn des Studiums in Santiago de Chile. Ab 1923 regelmäßige Veröffentlichungen von Gedichten. 1927-32 chilenischer Honorarkonsul im Fernen Osten. 1935 Konsul in Madrid, 1937 Rückkehr nach Chile. 1949-52 Emigration und zahlreiche Reisen u.a. auf dem amerikanischen Kontinent. 1969 wird Neruda zum Präsidentschafts-kandidaten der KP aufgestellt. Er verzichtet zugunsten von Salvador Allende. 1971 Nobelpreis für Literatur.
Ausstellungstermine